Mein Weg zurück in den Alltag…

…war steinig und schwer.

Ist es zeitweise immer noch.

Anders als erwartet.

Während ich vor einem Jahr noch fest davon überzeugt war nie wieder Glück und Liebe empfinden zu können und einfach nicht mehr existieren wollte weil ich so unglaublich traurig war, bin ich jetzt um einiges reicher an Erkenntnis geworden.

Durch die Stärke die sich in mir entwickelt hat.

Mein Weg durch die tiefe, große Traurigkeit wäre auch nicht zu schaffen gewesen ohne die Menschen an meiner Seite die meinen Trauerweg mit mir gegangen sind und gehen.

Und ohne meine eigene Kraft geht es auch nicht.

Überleben.

Es gab einige Menschen die mir gesagt haben ich habe eine schwierige Phase.

Der Tod seines Kindes ist keine schwierige Phase und jede Mutter und Vater dieser Welt weiß das.

Und diese Worte sind alles nur nicht ermutigend und tröstend.

Ich konnte all diese gutgemeinten Worte und Ermutigungen überhaupt nicht ertragen.

Ich wollte sie auch nicht ertragen.

Menschen die nicht wissen wie es sich anfühlt können keine Ratschläge geben, aber sie können anders da sein auf verschiedenste Art und Weise.

Sie können begleiten.

Ohne meinen Sohn leben zu müssen hat mein Herz gebrochen.

Und genau dieser Bruch hat in mir die größte Veränderung bewirkt.

Veränderung im Bezug auf mich selbst.

Veränderung über das Leben.

Über den Sinn im Leben.

Ich glaube das ich heute sagen kann das es keinen Sinn im Leben gibt, das man diesen Sinn selbst schaffen muss für sich.

Das größte Geschenk ist im Jetzt, im Heute zu leben und das bewusst.

Bewusst in jeder Stunde, Minute und Sekunde.

Genießen und Leben mit bedacht.

Versuchen sich täglich zu füttern mit guten Umgang, Selbstachtung, Selbstpflege, Menschen, Taten, Gefühlen und Gedanken.

Es ist leider immer eine Entscheidung wie man sich selbst und seinen Mitmenschen begegnet.

Wie man mit Höhen und Tiefen umgeht.

Und heute kann ich sagen das Trauer nichts mehr ist was mir Angst macht.

Und der Schmerz nicht mehr mein Feind ist.

Trauer bedeutet zu vermissen und immer dann wenn ich Trauer empfinde bin ich meinem Sohn so nah wie nie.

Trauer braucht man um zu heilen.

Mein Sohn hinterlässt eine Lücke die niemals schließen wird solange ich atme und das ist gut so.

Denn damit bleibt Er für immer Teil meines Lebens.

Man sagt so schnell und leichtfertig das man seine Träume leben soll, wie ein Hype, das man nur ein Leben hat und in der Tat ist es so.

Aber nur wenigen gelingt es tatsächlich zu leben.

Viel zu oft ist man gefangen im Alltag, in der Routine, in Sorgen, in Angst, in Worten ohne folgenden Taten.

Aber der Tag wird kommen wo es keinen Alltag, keine Sorgen, all das nicht mehr gibt.

Leben in Dankbarkeit mit den guten Dingen die einem Widerfahren.

Leben mit Stärke für die dunklen Zeiten.

Leben mit Mut.

Leben mit Hoffnung.

Leben mit Schmerz.

Leben mit Echtheit.

Leben mit Leidenschaft.

Leben mit Gemeinschaft.

Leben mit Liebe.

Leben.

Advertisements

Autor: puzzlelicious

Jeder von uns ist Kunst, gezeichnet vom Leben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s