Ich vermisse mich…

Ich vermisse mich…

ich habe jetzt schon länger nicht mehr gebloggt oder geschrieben.

Was geht mir momentan durch den Kopf.

Ganz klar, ich vermisse mich selbst.

Durch meine Begegnung und mein tiefes Erlebnis und gleichzeitig Verlust mit meinem Sohn Lio hat sich in meinem Alltag und meiner Persönlichkeit einiges geändert.

Das macht mir manchmal schwer zu schaffen.

Ich versuche es mal ein wenig zu schildern.

Ich glaube das passende Wort ist Begeisterungsunfähigkeit.

Während ich vor Lio ein lebhafter, interessierter, emotionaler Mensch war bin ich jetzt oft verzweifelt darüber das meine Gefühle taub sind.

Ein komisches Gleichgültigkeitsgefühl hat sich schleichend in mir breit gemacht.

Ich kann weder Traurigkeit noch Freude intensivieren.

Und in meinen Gedanken kreist ganz oft das eh alles egal ist.

Warum?

Weil das Leben endlich ist.

Dadurch fehlt mir Leidenschaft.

Ich war ein sehr leidenschaftlicher Mensch, mit Herz immer dabei.

Und auch wenn ich das alles weiß finde ich manchmal schwer einen Zugang zu mir selbst.

Fast so als hätte ich eine Tür geschlossen, fast so als würde ich verdrängen was passiert ist vor nicht mal 2 Jahren.

Fast so als ob ich mich selbst dazu zwinge wieder zu funktionieren und mich wieder in die Gesellschaft zu fügen.

Fast so als ob ich zum schweigen anfange weil ich niemand nerven will.

Aber habe ich überhaupt jemand mit Lio genervt?

Ich glaube nicht.

Mein Leben ist anders geworden.

Ich bin anders geworden.

Ich vermisse mich.

Also sage ich dieser Gleichgültigkeit den Kampf an.

Wie nach einem schweren Verkehrsunfall fühle ich mich.

So als ob ich längere Zeit im Koma war und jetzt wieder alle lebenswichtigen Funktionen neu lernen muss.

Jedes Gefühl neu lernen muss.

Für mich selbst herausfinden muss wer bin ich, was bin ich, was brauche ich, was will ich.

Das fängt bei alltäglichen Kleinigkeiten an.

Vom Essen bis zum Kleidungsstil.

Alles muss ich neu erlernen.

Manchmal denke ich ich muss eine Last für andere sein, aber dann denke ich mir wieder nein ich glaube ich mache es ganz ok.

Mal schneller, mal langsamer, aber auf keinen Fall stehen bleiben.

Ich vermisse mich selbst, aber vielleicht finde ich Frieden mit meinem neuen Ich.

Eigentlich bin ich eine Mama, ich wäre gern Lio‘s Mama, aber ich darf es nicht sein.

Doch wer bin ich jetzt.

Was definiert mich.

Wie beschreibe ich mich selbst.

Das ist meine Herausforderung.

Ein neues Leben, ein neues Ich muss neu geprägt und gefüttert werden.

Das werde ich schaffen.

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Autor: puzzlelicious

Jeder von uns ist Kunst, gezeichnet vom Leben.

Ein Gedanke zu „Ich vermisse mich…“

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