Reden und Zuhören…

Ich habe nach Lio’s Tod und einer Beziehung die von emotionaler Gewalt geprägt war ein Jahr lang eine Trauma Therapie gemacht.

Es war wundervoll, großartig.

Meine Therapeuten waren mein Gefühlsventil.

Jeder Gedanke egal wie wirr er geklungen hat durfte laut ausgesprochen werden.

Gedanken die für Familie und Freunde besorgniserregend gewesen wären.

Gedanken die andere Menschen mit Sicherheit gewertet hätten.

Gedanken die absolut befreiend waren.

Es war großartig dieses hemmungslose Auskotzen und dieses sich nicht zusammenreißen müssen.

Es war großartig nicht verurteilt und gewertet zu werden.

Und natürlich für manch andere in meinem Umfeld auch erleichternd.

Lach, wie oft hab ich mitbekommen das andere meinten, sie geht ja zur Therapie die können ihr helfen und es wird ihr wieder gut gehen.

Diese Aussage haben auch einige gebraucht um ihr eigenes Gewissen zu erleichtern oder weil sie nicht sehen wollten das sie sich geirrt hatten.

Doch jetzt meine Frage, warum muss man als Mensch zu einem Therapeuten gehen um schwierige Lebenslagen zu überleben?

Warum ist es kaum möglich das wir Menschen untereinander so miteinander kommunizieren und uns kümmern das sich niemand ausgeschlossen, dumm, einsam, traurig, verzweifelt und lieblos fühlen muss.

Das Menschen die tief traurig sind getröstet werden.

Das Menschen die Gewalt erleben mussten Annahme finden.

Das Menschen die trauern müssen nicht allein sind.

Das Menschen die unter falsch anerzogene Prägungen und Gewohnheiten leiden nicht mehr gewertet werden und Hilfe darin finden sich zu lösen und sich zu ändern.

Das Menschen denen es aus welchen Gründen auch immer schlecht geht nicht einsam dabei sein müssen.

Es geht gar nicht darum jemand anderes zu heilen, das kann man nicht, auch keine Psychologen oder Psychiater können das.

Es geht darum zu lieben egal wie man ist.

Doch das ist wirklich schwierig.

Ich gehe gerade von mir aus, ich könnte Menschen die pädophil sind oder ihre Kinder sehr schlecht behandeln, Vergewaltiger, neidzerfressene Menschen, Menschen die immer nur den Fehler des anderen sehen, Lästermäuler usw… schwer lieben.

Das sind meine absoluten Schwachpunkte.

Ich muss da wirklich ehrlich sein.

Ich werde es nicht schaffen alle Menschen bedingungslos zu lieben.

Aber ich kann alle mit Respekt und Freundlichkeit behandeln.

Ich kann den Unterschied zwischen bewusst böse sein wollen, aus Verletztheit reagieren und gut sein erkennen.

Ich kann wenn ich genau hinsehe erkennen was Fassade ist und was nicht.

Ich kann mir die Mühe machen den anderen zu lesen.

Sein Herz sehen zu wollen.

Und ich kann mir meine eigenen Grenzen setzen was Hilfsbereitschaft betrifft und das Ganze ohne den anderen dabei für sein anders sein zu werten, zu analysieren oder mir das Maul über ihn zu zerreißen.

Und ohne mich dabei selbst aufzugeben.

Es gibt so unendlich viele Menschen auf dieser Welt und doch ist der Mensch irgendwie einsam.

Eigentlich ist das wirklich traurig.

Advertisements

Autor: puzzlelicious

Jeder von uns ist Kunst, gezeichnet vom Leben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s