Drei Gesichter…

Drei Geschichten.

Drei Gesichter.

T.

Meine Freundin T. starb viel zu früh, viel zu jung.

Sie hatte eine verletzte Seele.

Ich lernte sie in und während meiner religiösen, freikirchlichen Zeit kennen.

Sie entschied sich eine zeitlang in Afrika zu leben und besuchte dort eine Bibelschule, aber eigentlich floh sie nur vor ihrem Schmerz und ihrer Enttäuschung.

Ein paar Monate später kam sie verändert zurück und war krank.

Sie entschied sich keinen Arzt aufzusuchen sondern zu Glauben das Gott sie heilen würde.

Eigentlich glaubte sie Menschen die vollkommen abgedreht waren und unbedingt die Kraft Gottes durch Wunderheilungen nach Österreich bringen wollten.

Aber Gottes Kraft sollte Liebe sein und echte Nächstenliebe.

Kurze Zeit später war T. tot, gestorben an einer Krankheit die nicht tödlich endet.

Sie hat Menschen vertraut die ihre Not nicht erkannt haben und alles unter den Namen Gottes verharmlost haben.

Ich durfte mich in der Pathologie von T. verabschieden.

Sie hat ausgesehen wie ein schlafender Engel, wunderschön.

Ich habe lange gebraucht um das irgendwie zu verarbeiten.

Meine Freundin T. starb viel zu früh, viel zu jung.

Opa.

Mein Opa war kein guter Mensch.

Viele werden jetzt denken man darf über Tote nichts schlechtes sagen. Aber in meinem Blog geht es um authentisch sein.

Mein Opa war kein guter Mensch, er war gemein, verletzend, hart, geizig und hat meinen Vater schlecht behandelt.

Mein Opa hat sich mit allen verfeindet und fand das auch ganz toll.

Ich hatte überhaupt keinen Bezug zu ihm.

Dann kam die Diagnose, Bauchspeicheldrüsen Krebs.

Als Krankenschwester war mir klar er kann Behandlungen durchführen so viel er will, er wird den Kampf gegen diesen Krebs nicht gewinnen.

Mein Vater kümmerte sich durchgehend um ihn, obwohl mein Opa ihm niemals nie ein guter Vater war.

Ich habe das nicht verstanden.

Heute weiß ich mein Vater hat ihn einfach geliebt, trotz das Er nie Liebe zurückbekommen hat.

Ich habe meinen Opa kurz vor seinem Tod in Slowenien in seinem Haus besucht.

Es ging ihm gesundheitlich sehr schlecht.

An diesem Tag habe ich meinen Opa zum ersten Mal ehrlich lächeln gesehen.

Er hielt meine Hand fest.

Das erste Mal das ich ihn irgendwie als meinen Opa ansehen konnte und wenn auch nur für wenige Minuten.

Kurze Zeit später verstarb Er.

Lionel.

Mein Sohn, der mein ganzer Stolz ist.

Mein Sohn, den ich unter starken Schmerzen und vielen Stunden geboren habe.

Den ich niemals aufhören werde zu lieben bis zu meinem letzten Atemzug.

Mein Sohn der in meinen Armen lag und so wunderschön war das ich ihn nicht in Worten beschreiben kann.

Mein Sohn den ich überall spüren und fühlen kann.

Mein Sohn den ich immer noch riechen kann.

Vor dem ich so eine Ehrfurcht habe.

Ich habe seine Fotos die ich von ihm habe nicht mehr anschauen können.

Ich schaffe es nicht.

Ich habe Angst das mein Herz wieder zerbricht.

Angst vor dem tiefen Schmerz.

Ich habe die Scherben mühsam irgendwie zusammen geklebt.

Was bleibt sind die Erinnerungen in meinem Herz und die tiefe Liebe zu ihm.

Mein Sohn, der mir die Augen geöffnet hat in vielen entscheidenden Dingen.

Mein Sohn, der mein ganzer Stolz ist.

Drei Geschichten.

Drei Gesichter.

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Autor: puzzlelicious

Jeder von uns ist Kunst, gezeichnet vom Leben.

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