Kein Patentrezept…

Durch meinen Blog komme ich viel in Kontakt mit anderen Betroffenen und werde öfters gefragt wie ich mit meiner Trauer umgehe, was man tun kann um mit dem Unfassbaren leben zu können.

Ich muss ehrlich sagen es gibt kein Patentrezept dafür.

Ich kann nur schildern wie mein Weg der Trauer verläuft und wie ich damit umgehe.

Trauer ist für mich Akzeptanz. Akzeptanz das ich trauern darf wann immer ich es brauche, dass ich ein Recht dazu habe, dass es dafür keinen Zeitplan gibt wann es vorbei sein soll oder muss.

Ich lasse mir von niemand reinreden wann es vorbei sein soll, es ist MEIN Sohn der gestorben ist, es ist mein Schmerz, nicht der von meinem Umfeld und Mitmenschen.

Es gibt sowieso kein vorbei sein, mein Sohn wird immer mein Kind sein und für immer einen Platz in meinem Herzen haben und für immer bis zu meinem letzten Atemzug werde ich ihn lieben!

Ich verbringe auch bewusst Zeit mit mir allein, mit meinen Erinnerungen die ich an Lionel habe.

Ich lebe meine Gefühle für mich, für mein Herz möglichst authentisch.

Ich kann eigentlich keine Ratschläge diesbezüglich geben.

Was ich anbieten kann ist zuhören und einander austauschen.

Aber heilen und abnehmen kann ich leider nicht, auch wenn ich es mir öfters mal wünschen würde.

Für mich ist Selbstliebe und Selbstachtung wertvoll.

Ich lebe mit Musik.

Mit Bewegung, ob tanzen, laufen gehen, whatever.

Ich verbringe meine Zeit mit Menschen die mir gut tun und mich an ihrer Seite haben wollen.

Ich achte mittlerweile allgemein auf guten Umgang.

Ich verbringe Zeit mit meinen engsten Freunden.

Ich bin viel in der Natur.

Ich probiere Neues aus.

Wage Mutausbrüche, erweitere meine Grenzen.

Ich verkrieche mich aber auch wenn ich es brauche und teile das anderen offen mit um niemand vor den Kopf zu stoßen.

Ich vermisse ihn jeden Tag.

Ich achte einfach darauf das zu tun was ich im Hier und Jetzt benötige.

Aber ich gebe mich nicht mehr selbst auf.

Ich glaube nicht das mein Sohn will das ich mich selbst zerstöre oder im Hass versinke.

Ich weiß er will das ich L(I)EBE !

Ich werde auch oft nach Gott oder Frieden im Universum finden gefragt.

Religiöse oder spirituelle Ratschläge kann ich nicht geben, da ich kein Mensch bin der sich darin findet.

Oder besser gesagt Trost darin findet.

Ich kann für mich die Antwort auf „Warum“ nicht irgendwo im Universum finden oder bei Gott.

Denn es wird niemals eine Antwort auf diese Frage geben.

Es wird weder eine Entschuldigung noch eine Erklärung geben.

Aber ich werte da nicht. Jedem das was er braucht.

Es geht auch nicht um Ablenkung.

All die Dinge die ich tue mache ich bewusst, nicht um irgendwas zu suchen oder zu stillen.

Sich von Trauer abzulenken ist meiner Meinung nach falsch. Man schiebt sie dadurch nur weg.

Die Gefühle die man durchlebt sind nicht leicht, aber man wird taub, kalt und hart wenn man sie verdrängt.

Für mich persönlich ist und bleibt Trauer Akzeptanz.

Trauer ist mein Freund geworden.

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Autor: puzzlelicious

Jeder von uns ist Kunst, gezeichnet vom Leben.

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