Empathie…

Es ist genau 2:50 Uhr und ich kann nicht schlafen, also schreibe ich einen neuen Blogeintrag.

Ich habe viel praktische Unterstützung erfahren in meinem ersten Trauerjahr. 

Ich glaube das ist etwas das Menschen viel besser können als emotional zu unterstützen.
Ich glaube das ist etwas das sehr oft verwechselt wird. Ich glaube das ist etwas wonach sich jeder Mensch sehnt. Ich glaube das hat diese Welt, diese Menschheit verlernt. 

Ich auch.

Erinnert das es anders sein muss hat mich mein Kind.
Vor allem nach seinem Ableben.

Ich habe mich noch nie in meinem ganzen Leben so einsam und missverstanden gefühlt wie in dieser Zeit.

Mit einem Atemzug war alles was mir wichtig war weg und es kommt nie mehr zurück.

Keinen Halt mehr, keinen Boden unter den Füßen, keine Hoffnung, keine Lebenslust, kein Ziel.

Sein Kind zu verlieren, einen Verlust zu erfahren ist nicht vergleichbar wie eine Trennung, Enttäuschung. 

Es kann nicht wieder gut werden.

Es kann nur anders werden.

Zu erwarten das man dadurch schnell wieder funktioniert ist unmöglich.

Der Mensch den man verliert ist nicht ersetzbar, da wir alle Einzigartig und ein Wunder sind.

Wem es schwer fällt das zu glauben der muss nur mit Menschen Zeit verbringen die Verluste erlebt haben. 

Zuhören und offen sein.

Es werden alle bestätigen das es stimmt wie ich es schildere.

In meiner Wut habe ich mir oft vorgestellt das andere diese Erfahrung machen müssen und sollen, besonders die die sich für außerordentlich sozial halten und glauben sie wissen alles besser oder richtig weil sie im medizinischen oder sozialen Bereich tätig sind.

Aber Empathie kann man nicht studieren.

Heutzutage ist es Mode geworden auf sich schauen zu müssen.
Selbstliebe zu erlernen.

Dabei wird ganz vergessen wie wichtig auch Gemeinschaft ist.

Das kann ich gut verstehen, mir ist es oft zu schwierig mit anderen klar zu kommen, ihr Anderssein zu akzeptieren so das ich mich lieber fern halte.
Dann gibt es keine Konflikte.

Dann gibt es keinen Stress.

Dann gibt es keine Verletzung.

Aber in schweren Zeiten ist man dann wiederum so einsam das man lieber sterben will.

Ich habe mich lange von Menschen entfernt, oft wegen ihren unüberlegten Worten, ihrer Kälte und die Schublade in die sie mich gesteckt haben.

Ohne sich die Mühe zu machen zu hinterfragen ob es denn wirklich so ist wie man denkt.

Das kann man übrigens nur herausfinden wenn man mit seinen Mitmenschen redet, nicht übereinander sondern miteinander.

Man wird überrascht sein wieviel Kommunikation ausmacht.

Man wird überrascht sein wie oft man sich selbst irrt, täuscht oder eine Meinung über jemand hat die gar nicht angebracht oder in Ordnung ist.

Wenn mir Lio etwas beigebracht hat dann das Empathie das Wichtigste ist.
Dann das ich für Menschen in Not ein offenes Herz und Ohr haben möchte.

Das ich mich für die Verlorenen, die die niemand haben will einsetzen möchte.

Mit Herz nicht mit Theorie.

Das ich unterscheide zwischen echten Problemen, echtem Leid und einer Opferrolle die gespielt und benutzt wird.

Ich habe in meinem ersten Trauerjahr positive Erfahrungen gemacht, aber auch ganz viel negative und für die negativen bin ich dankbar, denn sie zeigen mir was ich anders machen muss und werde im Umgang mit meinen Mitmenschen.

Ich danke beiden Seiten. 
Den Tröstenden und denen die emotional in die Fresse geschlagen haben.

Vor allem ist mir eine Sache deutlich geworden, eine schwere Kindheit oder schwere Erlebnisse sind eine Erklärung für schlechtes und schwieriges Verhalten, aber keine Entschuldigung.
Das man einen guten Charakter und ein gutes echtes Herz hat und wie man seine Mitmenschen trotz seiner Geschichte und auch sich selbst behandelt dafür ist man selbst verantwortlich.

Das ist etwas woran ich arbeiten werde und muss…

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Autor: puzzlelicious

Jeder von uns ist Kunst, gezeichnet vom Leben.

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