Umgang mit Trauernden…

…heute möchte ich ein bisschen etwas aus der Sichtweise eines Trauernden schreiben. Was braucht man in seiner Trauer, was tut gut, was nicht.

Ich habe gestern Abend mit meiner Freundin und ihrem Hund einen Waldlauf gemacht und wir haben uns ausgetauscht wie unsere Trauerzeit für uns ist.

Ich glaube das es vielen Menschen schwer fällt mit Trauernden Zeit zu verbringen. Da spielt Angst, Unsicherheit, die zeitweise auftretenden emotionalen Wutausbrüche eines Trauernden eine große Rolle, was soll man sagen, was nicht. Darf man lachen, Spaß machen, darf man über Alltag reden über Sachen die im Vergleich zum Verlust seines Kindes eigentlich klein und belanglos sind. 

IHR DÜRFT !
Mir tut Schweigen weh, mir tut weh das man denkt ich möchte allein sein, dass ich meine Ruhe brauche. 
Ich möchte nicht das mein Kind durch Schweigen und Ignoranz in Vergessenheit gerät.

Mir tut Isolation weh, das Gefühl ich gehöre nicht mehr dazu. Aber ich will dazu gehören, ich will überleben, ich habe jemand verloren den ich mehr als mich selbst liebe, für den ich sofort mein eigenes Leben geben würde. 
Ich bin traurig weil ich liebe und vermisse, ich bin wütend weil ich es nicht verstehen kann, weil ich meinen Sohn nie wieder auf dieser Erde sehen werde. 

Aber ich möchte dazu gehören, ernst genommen werden, ich möchte genauso um Rat gefragt werden, oder unsinnige Sachen machen. 

Ich möchte mich betrinken, tanzen, reisen, lachen, lieben, ich möchte weinen, in den Arm genommen werden und und und…

Natürlich ist das auf eine gewisse Art und Weise ambivalent aber eben authentisch. 

Im Leben läuft doch sowieso nichts gerade, Sicherheit und Garantie gibt es nicht ! Nie ! Auch nicht für die Menschen die noch nie etwas mit Verlust erlebt haben.

Wenn ich wirklich meine Ruhe brauche dann teile ich das mit und nehme mir sie auch. Wenn ich Gespräche über Probleme oder Alltag energieraubend finde dann teile ich auch das mit.
Man kann als Trauernde meistens genau mitteilen was man braucht, fragt einfach nach. 

Aber schließt nicht aus.

Einsamkeit ist das Schlimmste für mich. 

Ich bin auch nicht mehr mit Lio’s Vater in Kontakt, die offizielle Trennung war Anfang des Jahres, seitdem ist Funkstille, was definitiv so bleiben wird und gut ist, aber dadurch stehe ich irgendwie noch mehr alleine da. Lio war von uns beiden gewollt. Und das unsere Beziehung nicht gut war, hat rein gar nichts mit Lio zu tun.

Tabuisierung ist auch furchtbar. 
Es ist ok einem Trauernden zu sagen das man Angst hat und unsicher ist, das man nicht weiß was man reden soll. Es ist ok diese Lähmung und Ohnmacht zu empfinden, aber es ist besser dieser Lähmung den Kampf anzusagen als sich zurückzuziehen.

Trauernde brauchen Menschen die lieben, zuhören, einen weinen lassen, es passiert doch nichts wenn jemand weint, außer das man dadurch heilt.
Trauernde brauchen Anteilnahme, brauchen Ablenkung, brauchen das Gefühl das nicht allein durchstehen zu müssen.

Vor allem von Menschen im eigenen Umkreis, Familienmitglieder, enge Freunde. Es gibt auch mittlerweile gute Bücher, oder Beratungsstellen wo man hingehen kann die einen Ratschläge geben im Umgang mit Trauernden und entlasten können.

Ich denke es ist so wie alles im Leben das Wichtigste authentisch miteinander umzugehen und zu sein! 

Mein Sohn ist nicht nur mein Sohn, er ist Enkel, Neffe, Cousin, Patensohn und Freund. 
Mein Sohn hat einen Platz auf dieser Erde verdient auch wenn Er nicht auf ihr lebt !

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Autor: puzzlelicious

Jeder von uns ist Kunst, gezeichnet vom Leben.

Ein Gedanke zu „Umgang mit Trauernden…“

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