Schmerz…

…manchmal sitze ich da und schaue bewusst zurück auf die mit Abstand schlimmste Zeit meines Lebens, als alles um mich herum dunkel, kalt, traurig und einsam war.
Ich hätte damals nicht gedacht das ich jemals wieder in der Lage sein werde auch nur ein bisschen am Alltag teilnehmen zu können. Alles was mich umgeben hat war eine reine Ohnmacht.
Ich kann mich erinnern wie absurd mir alles und jeder vorgekommen ist, jede Gespräche die ich mitgehört oder geführt habe waren einfach nur ein Rauschen das gleichgültig an mir vorbeizog. Wie oft wollte ich die Menschen um mich herum anschreien sie sollen einfach leise sein.
Ihre Probleme waren für mich keine mehr, für ihre Probleme gab es in meinen Augen eine Lösung.
Und wie wütend ich oft war weil sich niemand in mich hineinversetzen konnte. Ich wollte das sie spüren was ich spüre, ich wollte das sie mich verstehen. Ich wollte das sie das alles nachempfinden damit sie ihren Mund halten und mir keine Floskeln mehr an den Kopf reden oder so tun als ob mit der Zeit eh wieder alles gut wird.
JA.
Es war mir absolut egal was andere um mich herum geredet oder gemacht haben.
Ich habe nicht mehr teilgenommen, nicht mehr existiert, mein Körper war eine Hülle ohne Inhalt.
Das einzige was mich immer wieder spüren ließ das mein Herz noch schlug war dieser grauenhafte Schmerz der immer wieder auf mir herum hüpfte. Dieser Schmerz der sich anfühlte als ob jemand mit einem spitzen Gegenstand in meinem Herz rum stochert. Ich weiß noch ich wollte aufschreien, jedesmal, aber ich blieb einfach ruhig. Ich war wie gelähmt, ein schreckliches Gefühl.
Ich kannte Schmerz in meinem Leben gut, ich bin mit Schmerz aufgewachsen, aber niemals war er so mächtig wie in dieser Zeit. So mächtig das ich Angst vor ihm hatte, aber ich konnte ihn nicht wegschieben, aufhalten oder stoppen.

Aber ich habe mittlerweile gelernt mich dem Schmerz zu stellen, ich habe ihm einen Namen gegeben, stehe ihm gegenüber, schenke ihm Beachtung und habe ihn besser kennengelernt.
Ich merke wie es sich wandelt, ich merke wie es leichter wird in mir. Ich habe einen Weg gefunden zu akzeptieren das der Schmerz und ich nun einige Zeit Hand in Hand einen Weg gemeinsam gehen müssen und werden.
Trotzdem kann ich tatsächlich sagen das ich mich jetzt in einem Heilungsprozess befinde, denn auf einmal ändert sich langsam wieder alles. Ich taue auf, ich bekomme wieder mehr von meinen Mitmenschen mit, ich fange wieder an zu fühlen.
Anders als vorher, aber nicht schlechter.
Alles ist jetzt viel bewusster, realer, jedes Gespräch das ich jetzt führe ist überlegter, jeden Mensch den ich treffe sehe ich genauer.
Ich achte mehr auf den Umgang, ich sehe genauer hin, höre anständig zu, bin gelassener…ich werde langsam wieder sanft, aber auf eine ganz andere Art und Weise.

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Autor: puzzlelicious

Jeder von uns ist Kunst, gezeichnet vom Leben.

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