Muttertag…

…heute ist der richtige Tag für einen kurzen Blogeintrag.

Regenwetter und kuscheln auf der Couch.

Vor 2 Tagen war Muttertag und ich bin so dankbar das ich einen Partner habe der mit mir mitfühlen kann und obwohl Lio nicht sein Kind war, ist, hat er mir eine große Überraschung zum Muttertag gemacht hat.

Wunderschöne Blumen habe ich von ihm bekommen und ein Armband das meine Bindung zu meinem Sohn symbolisiert.

Und gleichzeitig auch unsere Liebe füreinander.

Und ich bin so dankbar für meine Familie und Freunde die mich so gestärkt und aufgebaut haben mit ihren liebevollen Nachrichten zum Muttertag.

Die Tage vor dem Muttertag waren emotional mal wieder sehr schwer, aber mittlerweile weiß ich wie sich diese fiese, tiefe Traurigkeit anfühlt wenn Feiertage bevorstehen und dadurch das ich authentisch damit umgehe erlaube ich es mir auch traurig zu sein.

Es fühlt sich zum Glück nicht mehr so an als würde mich der Schmerz umbringen.

Dennoch tut es einfach sehr sehr weh.

Vermissen tut weh.

Aber ich kann auch von Herzen aufrichtig sagen das ich mir ein Leben wie ich es jetzt habe nie vorstellen konnte nach Lio‘s Tod.

So kann ich meinen Partner, meine Familie, meine Freunde und mein Umfeld tatsächlich genießen und empfinde bewusste Dankbarkeit.

Genauso habe ich auch den Ernst des Lebens verloren und das ist gut so.

Sorgen und Misserfolge.

Zugefügte Wunden in der Vergangenheit, meiner eigenen Kindheit.

Enttäuschungen und schwieriger Umgang nehme ich mir nicht mehr so negativ zu Herzen.

Zudem betrachte ich meine Mitmenschen anders.

Ich werte zum Glück viel weniger und mein Herz ist offener, wärmer geworden.

Und ich reflektiere mich bewusst und klar selbst.

Halte mir den Spiegel vor meine Augen.

Ich habe keine Angst mehr vor meinen Schwächen und auch nicht vor meinen Stärken.

Mein Leben hat sich vor nicht mal 2 Jahren schlagartig geändert.

Von der einen Sekunde zur anderen war nichts mehr wie es war.

Ich habe überhaupt keine Ahnung warum und was dieses Leben ist.

Warum es gelebt werden muss.

Was es für jeden einzelnen von uns Menschen bedeutet.

Ich lebe einfach.

Mit allen Emotionen.

Mit meinem Schmerz.

Mit meinem Herz.

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Brief an mein Kind…

Mein liebster Lio 🦁❤️

heute morgen bin ich aufgewacht und hab so fest an dich gedacht, ich hoffe du spürst, fühlst und weißt das.

Jeden Tag vermisse ich dich, an guten Tagen, an schlechten Tagen.

Ich wünsche mir so sehr das du Teil meines Lebens bist und all die wundervollen Situationen und Momente mitbekommst die mir seitdem du gegangen bist widerfahren.

Man hat mir oft gesagt der Schmerz wird leichter, aber das stimmt gar nicht, der Schmerz wird nur anders.

Manchmal bin ich so traurig darüber das dieses Leben endlich ist.

Und manchmal bin ich so traurig darüber das meine Liebe zu dir nicht dein Leben retten konnte.

Manchmal bin ich so traurig darüber wie Menschen verdrängen können.

Und manchmal bin ich so traurig darüber das es Menschen gibt die nicht verstehen können wenn man über Tod und Verlust offen redet und offen damit umgeht.

Du bist mein Kind, die Liebe meines Lebens und ich möchte nicht über dich schweigen.

Genauso wie andere Mütter und Väter nicht, niemals über ihre lebenden Kinder schweigen würden.

Du hast genau den gleichen, großen und unbezahlbaren Wert.

Ich möchte die wertvollen Augenblicke die wir gemeinsam hatten immer in meinem Herzen und meinem Verstand bewusst tragen und leben.

Auch und vor allem in meinem neuen Alltag.

Und ich will all diese Erinnerungen an dich nicht tot schweigen oder so tun als gäbe es dich nicht nur weil manche Menschen mit Emotionen nicht gut umgehen können oder einen Stock im Arsch haben.

Deswegen widme ich dir jetzt, heute einen neuen Blogeintrag um dir und allen die dies lesen zu schreiben das DU der beste und wertvollste Mensch bist der mir jemals in meinem Leben begegnet ist und ich dich furchtbar vermisse und gar keine Worte finde für meine Liebe zu dir.

Ich hoffe so sehr das wir uns Wiedersehen wenn meine Reise auf dieser Erde beendet ist.

Ich kann es kaum erwarten.

Und bis dahin werde ich immer über dich schreiben, von dir erzählen und das mit unglaublich großem Mutterstolz, ganz egal wie oft es von Menschen die nicht wissen wie es sich anfühlt verurteilt oder gewertet wird.

Ich liebe dich von ganzem Herzen!

Deine Mama❤️

Hoffnung…

Ich habe mich heute Vormittag mit einer lieben Freundin getroffen die ich schon Jahre nicht mehr gesehen habe.

Wir haben uns so gut und wertvoll unterhalten.

So authentisch und herzlich.

So selbst reflektiert und tiefgründig.

Ich liebe solche Gespräche, sie stärken mich immer enorm.

Sich selbst zu verstehen und die eigenen Muster zu erkennen sind immer ein pures Abenteuer.

Ich habe mir heute viele Gedanken über die verschiedenen Etappen in meinem Leben gemacht und bleibe immer dabei stehen das mich nichts so sehr geprägt und verändert hat wie der schmerzhafte Verlust den ich erleben musste.

Manchmal wünsche ich mir meine Unbeschwertheit zurück.

Diese Tage wo mein Leben aus arbeiten und das Geld das ich verdiene, der ganz normale Alltag mein Leben bestimmt hat.

Wo es noch Sorgen gab die immer lösbar waren.

Und doch möchte ich diesen einen Menschen der so wundervoll und zauberhaft war und ist niemals missen.

Meinen Sohn.

Ich muss nach wie vor lernen mit dieser Zerrissenheit die seitdem mein Leben bestimmt klar zu kommen.

Und es ist oft so unfassbar schwer.

Auch im Umgang mit meinen Mitmenschen.

Ich bewege mich in zwei Welten und kämpfe tagtäglich mit meinen Gefühlen und Gedanken.

Ich fühle mich manchmal so unsicher und fremd.

So unsichtbar.

Und dann wiederum möchte ich mich wieder richtig ins Leben stürzen.

In die Liebe, die zwischenmenschlichen Beziehungen und in meine Hobbys.

Ich möchte mich lebendig und motiviert fühlen.

Je mehr ich darüber nachdenke glaube ich auch das es das ist was mein Sohn sich von mir wünscht.

Nicht das ich ihn vergesse, das kann ich sowieso nie, aber das ich dem Leben wieder eine neue Chance gebe, solange ich noch ein Leben habe.

Ich frage mich wie lange wird es dauern bis ich die Akzeptanz und den Frieden darüber erreicht habe.

Ich bin manchmal so müde von mir selbst.

Und doch flackert diese Hoffnung dem Leben doch noch eine Chance zu geben und es lebenswert und liebenswert zu machen immer wieder auf.

Hoffnung hält wach.

Gedankenkreisel…

Gestern habe ich noch zu meinem Freund gesagt das ich lange nicht mehr in meinem Blog geschrieben habe.

Heute morgen bin ich mit Sonnenschein aufgewacht und mein erster Gedanke war wie unterschiedlich es ist wenn man den Tag mit Sonne startet oder im tristen Wintergrau.

Und dann sind meine Gedanken weiter gekreist.

Die letzten Wochen, Tage wie waren sie.

Ostern wäre überstanden.

Feiertage sind keine Tage zum feiern mehr für mich, sondern erinnern mich. Erinnern mich daran das es da jemand gibt der eine große Lücke hinterlassen hat in meinem Leben.

Eine von Lio‘s tollen Patentanten hat mich zu sich nach Hause eingeladen im Kreise ihrer Familie gemeinsam zu Ostern an Lio zu denken.

Es war so gut für mein Herz.

Denn momentan sehe ich irgendwie dabei zu wie die Zeit mein Kind verschlingt.

Tatsächlich mag es sein das mit der Zeit Wunden heilen und es leichter wird, aber das macht nichts ungeschehen oder wieder gut.

Und ersetzt nicht.

Es hat unfassbar weh getan die letzten Tage, ich weiß gar nicht was mehr geschmerzt hat, das mein Kind Ostern nicht mit mir verbringen konnte oder das ich versucht habe Lio beiseite zu schieben um anderen die Tage nicht zu verderben.

Denn eigentlich hätte ich unwahrscheinlich gern geweint und mich verkrochen.

Das ist zu Ostern aber kaum möglich.

Tatsächlich habe ich aber trotz der Traurigkeit über die Ostertage doch einige nette Stunden mit netten Menschen gehabt.

Das tröstet.

Momentan habe ich kein besonders gutes Immunsystem.

Ich bin für meine Verhältnisse oft krank, immer wieder auf‘s Neue.

Das ist auch eine Belastung für mich, weil ich es nicht kenne.

Ich habe aber keine Lust die Ursachen dafür zu erforschen.

Oder tausend Ärzte abzuklappern.

Das ist so Energieraubend für mich.

Keine Ahnung wie ich es erklären soll, oder ob man versteht was ich meine.

Dann kommen die verschiedenen, diversen Tipps, Tricks, Meinungen und Analysen und endet bei Psychosomatik was ich zur Zeit einfach nicht mehr hören kann.

Welche Seele, welcher Körper würde nicht unter dem Verlust seines Kindes leiden?

Für Trauer gibt es keinen Zeitplan.

Ich will einfach nur sein.

Nicht funktionieren oder mich erklären.

Nicht bewertet oder analysiert werden.

Ich will heilen.

Meinen Emotionen die Erlaubnis geben zu sein.

Der Mensch hat so eine unbändige eigene Kraft und Stärke das er Sachen überstehen und überleben kann die unvorstellbar sind.

Die Frage ist nur für was oder wen das alles überstehen?

Ich befinde mich auf der Reise um die Antwort zu finden.

Lio‘s Patentante, sie ist meine langjährige beste Freundin und ich werden in der nächsten Zeit alles für Lio‘s offizielle Verabschiedung bei seiner Ruhestätte in Österreich vorbereiten wo er im Kreise seiner Familie und Freunde seinen Seelenfrieden finden kann.

Endlich.

Der triste Winter ist überstanden, der Frühling kommt, es ist an der Zeit Lio’s Seele einen Ort der Begegnung zu schaffen.

Endlich.

Mein Weg zurück in den Alltag…

…war steinig und schwer.

Ist es zeitweise immer noch.

Anders als erwartet.

Während ich vor einem Jahr noch fest davon überzeugt war nie wieder Glück und Liebe empfinden zu können und einfach nicht mehr existieren wollte weil ich so unglaublich traurig war, bin ich jetzt um einiges reicher an Erkenntnis geworden.

Durch die Stärke die sich in mir entwickelt hat.

Mein Weg durch die tiefe, große Traurigkeit wäre auch nicht zu schaffen gewesen ohne die Menschen an meiner Seite die meinen Trauerweg mit mir gegangen sind und gehen.

Und ohne meine eigene Kraft geht es auch nicht.

Überleben.

Es gab einige Menschen die mir gesagt haben ich habe eine schwierige Phase.

Der Tod seines Kindes ist keine schwierige Phase und jede Mutter und Vater dieser Welt weiß das.

Und diese Worte sind alles nur nicht ermutigend und tröstend.

Ich konnte all diese gutgemeinten Worte und Ermutigungen überhaupt nicht ertragen.

Ich wollte sie auch nicht ertragen.

Menschen die nicht wissen wie es sich anfühlt können keine Ratschläge geben, aber sie können anders da sein auf verschiedenste Art und Weise.

Sie können begleiten.

Ohne meinen Sohn leben zu müssen hat mein Herz gebrochen.

Und genau dieser Bruch hat in mir die größte Veränderung bewirkt.

Veränderung im Bezug auf mich selbst.

Veränderung über das Leben.

Über den Sinn im Leben.

Ich glaube das ich heute sagen kann das es keinen Sinn im Leben gibt, das man diesen Sinn selbst schaffen muss für sich.

Das größte Geschenk ist im Jetzt, im Heute zu leben und das bewusst.

Bewusst in jeder Stunde, Minute und Sekunde.

Genießen und Leben mit bedacht.

Versuchen sich täglich zu füttern mit guten Umgang, Selbstachtung, Selbstpflege, Menschen, Taten, Gefühlen und Gedanken.

Es ist leider immer eine Entscheidung wie man sich selbst und seinen Mitmenschen begegnet.

Wie man mit Höhen und Tiefen umgeht.

Und heute kann ich sagen das Trauer nichts mehr ist was mir Angst macht.

Und der Schmerz nicht mehr mein Feind ist.

Trauer bedeutet zu vermissen und immer dann wenn ich Trauer empfinde bin ich meinem Sohn so nah wie nie.

Trauer braucht man um zu heilen.

Mein Sohn hinterlässt eine Lücke die niemals schließen wird solange ich atme und das ist gut so.

Denn damit bleibt Er für immer Teil meines Lebens.

Man sagt so schnell und leichtfertig das man seine Träume leben soll, wie ein Hype, das man nur ein Leben hat und in der Tat ist es so.

Aber nur wenigen gelingt es tatsächlich zu leben.

Viel zu oft ist man gefangen im Alltag, in der Routine, in Sorgen, in Angst, in Worten ohne folgenden Taten.

Aber der Tag wird kommen wo es keinen Alltag, keine Sorgen, all das nicht mehr gibt.

Leben in Dankbarkeit mit den guten Dingen die einem Widerfahren.

Leben mit Stärke für die dunklen Zeiten.

Leben mit Mut.

Leben mit Hoffnung.

Leben mit Schmerz.

Leben mit Echtheit.

Leben mit Leidenschaft.

Leben mit Gemeinschaft.

Leben mit Liebe.

Leben.

Zuhause ist Wir…

Zuhause ist Wir❤️

Mein Partner ist ein wunderbarer Mensch, ich bin noch nie so wertvoll behandelt worden wie er es tut und das in absolut jeder Lebenssituation.

Mein Partner hat meinen verstorbenen Sohn aufgenommen als wäre es sein Sohn gewesen, das ist etwas das nicht viele Menschen tun würden.

Er gibt mir den Raum jederzeit um Lio zu trauern und steht mir emotional bei.

Etwas das Lio‘s leiblicher Vater niemals getan hat oder hätte.

Es ist ein großartiges Gefühl zu wissen das Lio einen Platz auf dieser Erde hat, auch wenn er für immer fehlt.

Es ist großartig über Lio reden zu dürfen und den Schmerz über seinen Verlust nicht allein tragen zu müssen.

Es ist großartig Lio nicht emotional sterben lassen zu müssen weil viele mit dem Tod nicht umgehen können oder es Ihnen lieber ist zu verleugnen.

Denn der Tod ist nicht attraktiv.

Tod macht Angst, Angst lähmt.

Aber was wir Menschen alle gemeinsam haben ist das wir dem Tod eines Tages begegnen werden.

Ob wir wollen oder nicht.

Einen Empathen als Partner zu haben ist ein ganz großes Geschenk.

Meine neue Beziehung ist großartig, wenn man seinen besten Freund lieben darf und geliebt wird und so eine Sicherheit und Verbundenheit vorhanden ist das man vor nichts Angst haben muss.

Dafür bin ich unendlich dankbar.

Und ich kann es oft nicht glauben das ich so reich beschenkt wurde.

Das ich eine Beziehung führen darf ohne emotionale Abhängigkeit.

Ohne meine Identität darin zu suchen.

Sondern das meine Identität wie ich bin geliebt wird.

Eine gute Beziehung zu führen heißt einander wertfrei und mit Respekt zu begegnen.

Nicht zu manipulieren, nicht emotional zu erpressen, nicht Heilung zu suchen, sondern gemeinsam eine aufrichtige, gesunde Beziehung zu basteln.

Die gleichen oder viele gemeinsame Werte zu besitzen.

Nicht mehr um Anerkennung kämpfen zu müssen.

Nicht leiden zu müssen.

Man wird gesehen, gehört und gefühlt.

Man muss nicht um Zeit flehen sondern bekommt sie gern geschenkt.

Man muss sich nicht verbiegen, nicht anpassen, nicht verändern um gesehen und geliebt zu werden.

Man darf sein wie man ist.

Zu sein wie man ist unabhängig von anderen Menschen ist sehr wichtig.

Jeder Mensch ist einzigartig und jeder Mensch hat seine Geschichte, seine natürliche Begabung und seine Talente.

Das Leben gibt es nicht mit Anleitung und es ist oft mehr ungerecht als alles andere. Umso schöner ist es, wenn man Menschen an der Seite hat die einfach nur lieben ohne das man etwas dafür leisten muss.

Wenn man dies alles in einer Beziehung sorgenfrei ohne Anspannung und Zweifel ausleben darf, dann hat man ein Zuhause gefunden❤️

Trifft übrigens auf so ziemlich alle zwischenmenschliche Beziehungen zu.

Der Mensch ist so gemacht immer auf der Suche zu sein, eigentlich auf der Suche nach sich selbst und wenn man sich als Mensch selbst findet und nicht in anderen Menschen, Gegenstände, Lebensstile, oder was auch immer sucht oder seine Wunden der Vergangenheit in anderen stillen will ist lieben und geliebt werden keine Last, sondern das Leben.

Das wundervolle Leben.

Sich selbst begegnen und kennenlernen ist ein großartiges Abenteuer und natürlich Herausforderung.

Ich vermisse mich…

Ich vermisse mich…

ich habe jetzt schon länger nicht mehr gebloggt oder geschrieben.

Was geht mir momentan durch den Kopf.

Ganz klar, ich vermisse mich selbst.

Durch meine Begegnung und mein tiefes Erlebnis und gleichzeitig Verlust mit meinem Sohn Lio hat sich in meinem Alltag und meiner Persönlichkeit einiges geändert.

Das macht mir manchmal schwer zu schaffen.

Ich versuche es mal ein wenig zu schildern.

Ich glaube das passende Wort ist Begeisterungsunfähigkeit.

Während ich vor Lio ein lebhafter, interessierter, emotionaler Mensch war bin ich jetzt oft verzweifelt darüber das meine Gefühle taub sind.

Ein komisches Gleichgültigkeitsgefühl hat sich schleichend in mir breit gemacht.

Ich kann weder Traurigkeit noch Freude intensivieren.

Und in meinen Gedanken kreist ganz oft das eh alles egal ist.

Warum?

Weil das Leben endlich ist.

Dadurch fehlt mir Leidenschaft.

Ich war ein sehr leidenschaftlicher Mensch, mit Herz immer dabei.

Und auch wenn ich das alles weiß finde ich manchmal schwer einen Zugang zu mir selbst.

Fast so als hätte ich eine Tür geschlossen, fast so als würde ich verdrängen was passiert ist vor nicht mal 2 Jahren.

Fast so als ob ich mich selbst dazu zwinge wieder zu funktionieren und mich wieder in die Gesellschaft zu fügen.

Fast so als ob ich zum schweigen anfange weil ich niemand nerven will.

Aber habe ich überhaupt jemand mit Lio genervt?

Ich glaube nicht.

Mein Leben ist anders geworden.

Ich bin anders geworden.

Ich vermisse mich.

Also sage ich dieser Gleichgültigkeit den Kampf an.

Wie nach einem schweren Verkehrsunfall fühle ich mich.

So als ob ich längere Zeit im Koma war und jetzt wieder alle lebenswichtigen Funktionen neu lernen muss.

Jedes Gefühl neu lernen muss.

Für mich selbst herausfinden muss wer bin ich, was bin ich, was brauche ich, was will ich.

Das fängt bei alltäglichen Kleinigkeiten an.

Vom Essen bis zum Kleidungsstil.

Alles muss ich neu erlernen.

Manchmal denke ich ich muss eine Last für andere sein, aber dann denke ich mir wieder nein ich glaube ich mache es ganz ok.

Mal schneller, mal langsamer, aber auf keinen Fall stehen bleiben.

Ich vermisse mich selbst, aber vielleicht finde ich Frieden mit meinem neuen Ich.

Eigentlich bin ich eine Mama, ich wäre gern Lio‘s Mama, aber ich darf es nicht sein.

Doch wer bin ich jetzt.

Was definiert mich.

Wie beschreibe ich mich selbst.

Das ist meine Herausforderung.

Ein neues Leben, ein neues Ich muss neu geprägt und gefüttert werden.

Das werde ich schaffen.